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Wissen - wie die Zeit vergeht

Schwerhörige Menschen gab und gibt es bis heute und wird es auch in Zukunft immer mehr geben.

Mit der Zeit ist neben Größe, Ausstattung und Design auch die technische Vielfalt immer größer und besser geworden. Denkt man an die erste Siemens-Hörgerätefamilie von 1910, bei der durch die Nutzung elektrischer Energie zur Nachrichtenübertragung Kohlemikrofone in Hörgeräte eingesetzt werden, deren Übertragungsqualität zwar noch unbefriedigend ist, doch eine höhere akustische Verstärkung erzielt wird. Im Jahre 1929 kommt das erste tragbare Hörgerät mit Röhrenverstärker im Koffer auf den Markt.

Mit fortschreitender Entwicklung der Verstärkertechnik werden Röhren eingesetzt. Diese ermöglichen hohe Verstärkungen, was die Wiedergabequalität deutlich steigert. Die Miniaturisierung ist nicht mehr zu stoppen. Hörgeräte werden immer kleiner und finden in Jackentaschen Platz.

Ab 1953 werden erstmalig Transistoren in Taschenhörgeräten zum Einsatz gebracht. Dies ermöglicht die Herstellung kleiner Hörgeräte, auch werden Anstrengungen unternommen, diese Hörhilfen unmittelbar am Ohr zu platzieren. Neue Ideen werden verwirklicht.

Eine dieser Ideen ist das erste Hinter-dem-Ohr-Gerät (HdO) im Jahre 1959.
Das erste Im-Ohr-Hörgerät (IdO) kommt 1966 auf den Markt.
So geht die Entwicklung immer weiter bis 1987 das erste Hörgerät mit Fernbedienung auf dem deutschen Markt erscheint. Durch immer bessere Chipentwicklung werden die Hörgeräte immer kleiner und technisch ausgereifter, so dass 1997 das erste volldigitale Hörgerät mit Mehrmikrofontechnik und sprachsensitiver Verarbeitung den deutschen Hörgerätemarkt erreicht.
Bis heute wird an den technischen Feinheiten " getüftelt ", um dem Endverbraucher ein immer besseres Sprachverstehen zu ermöglichen.
Seit 2008 ist mittlerweile die drahtlose Kommunikation mit anderen technischen Einheiten (z.B. Telefon; TV etc.) möglich.

Und auch in Zukunft werden sich die Ingenieure einiges einfallen lassen, um das Hören im Alltag für betroffene Menschen zu erleichtern.

Lassen wir uns überraschen!

Das Gehör

Das menschliche Wunderwerk

Unser Ohr ist ein wahres High-Tech O(h)rgan.
Es besteht aus drei Abschnitten, die nachfolgend näher erläutert werden:

Das äußere Ohr
Das äußere Ohr besteht aus der Ohrmuschel und dem äußeren Gehörgang. Die Ohrmuschel sammelt den Schall und hilft bei der Richtungsortung. Im äußeren Gehörgang wird in vielen kleinen Drüsen der Ohrenschmalz abgesondert. Der Ohrenschmalz hat eine wichtige Schutzfunktion gegen Bakterien, Schmutz und Insekten. Ebenso die kleinen Haare, die im Gehörgang wachsen.

Das Mittelohr
Den Übergang zum Mittelohr bildet das schwingungsfähige Trommelfell. Auch das Trommelfell schützt vor dem Eindringen von Fremdkörpern. Es ist mit dem Hammer verwachsen, dem ersten der drei Gehörknöchelchen, und deswegen in der Mitte etwas eingewölbt. Bei Druckschwankungen schwingt das Trommelfell wie die Membran eines Mikrofons. Die drei Gehörknöchelchen, die kleinsten und bereits im Mutterleib vollständig ausgebildeten Knochen, sind aufgrund ihrer Form als Hammer, Amboß und Steigbügel benannt. Sie sind miteinander verkettet, werden durch Muskeln gehalten und verstärken den Luftschall. Bei hohen Lautstärken können sie die Schallwelle auch begrenzen. Dann ziehen sich die Muskeln zusammen und reduzieren die Übertragung. Der Steigbügel, das dritte Gehörknöchelchen, gibt die Druckwelle ans Innenohr weiter. Seine Platte sitzt im ovalen Fenster, dem Tor zum Innenohr. Damit die Druckwelle entweichen kann, muss das Mittelohr gut belüftet sein. Dies geschieht über die Ohrtrompete oder Euchstachische Röhre, die mit dem Rachen verbunden ist.

Das Innenohr
Das Innenohr besteht aus dem Gleichgewichtsapparat sowie dem eigentlichen Hörorgan, der Schnecke. Die Schnecke hat nur die Größe einer Erbse. Sie ist mit einer Flüssigkeit gefüllt, der Lymphe, und in Längsrichtung durch die Basilarmembran unterteilt. In dem wie ein Schneckenhaus gewundenen Gang befinden sich 20.000 feinste Sinneszellen, die wegen ihrer feinen Härchen auch Haarzellen genannt werden. Die Haarzellen sind auf der Basilarmembran verankert. Wenn der Schall als Wasserwelle durch die Schnecke wandert, wird die Basilarmembran selektiv in Schwingungen versetzt. Tiefe "langwellige" Töne dringen bis in das Innerste vor, während die höchsten "kurzwelligen" Töne ganz vorne ansprechen. Es findet also ein Tonhöhenzuordnung bzw. eine Frequenzanalyse statt. Bei der Schwingung wird die Basilarmembran in Richtung auf die Deckmembran angehoben. Die äußeren Haarzellen optimieren und verstärken noch das Schwingungsverhalten. Die inneren Haarzellen berühren die Deckmembran, wobei die feinen Härchen umgebogen werden. Es kommt zu elektrischen Entladungsvorgängen, die über Nerven ans Gehirn weitergeleitet werden. Erst dort werden die akustischen Reize übersetzt.

All diese Elemente ermöglichen im perfekten Zusammenspiel die phantastischen Leistungen des menschlichen High-Tech O(h)rgans.

Schwerhörigkeit

Wenn es ganz still wird

Arten der Schwerhörigkeit:
Unter der Schwerhörigkeit versteht man eine Minderung des Hörvermögens.
Der Begriff an sich besagt noch nicht viel, da die Beeinträchtigung von einer leichten Hörminderung bis hin zu Störungen reicht, bei denen die Betroffenen auf Hörhilfen und visuelle Informationen angewiesen sind. Können diese trotz der Verwendung von Hörhilfen kaum etwas hören, so spricht man somit auch von Resthörigkeit oder Gehörlosigkeit.


Nach Schweregrad ist folgende Unterteilung möglich:

- Geringgradige Schwerhörigkeit
- Mittelgradige Schwerhörigkeit
- Hochgradige Schwerhörigkeit
- Resthörigkeit
- Taubheit


Da am Hörvorgang mehrere Komponenten beteiligt sind, unterscheidet man zwischen:

- Mittelohrschwerhörigkeit
- Innenohrschwerhörigkeit


Ursachen der Schwerhörigkeit:

Bei ersterer liegt eine Schallleitungsstörung und bei letzterer eine sogenannte Schallempfindungsstörung vor.
Die Schwerhörigkeit tritt vor allem alterungsbedingt auf, wenn das Gehör mit fortschreitendem Alter nicht mehr so leistungsfähig ist. Die so genannte Altersschwerhörigkeit ist vor allem auf den Verschleiß der Haarzellen im Innenohr zurückzuführen.
Eine weitere Ursache der Schwerhörigkeit ist das dem Lärm Ausgesetztsein oder der Genuss zu lauter Musik vor, allem durch Kopfhörer. Von letzterem sind immer mehr Jugendliche betroffen.
Schwerhörigkeit kann auch durch ototoxische Medikamente verursacht werden, zum Beispiel durch bestimmte Antibiotika. Ähnlich wirken sich bestimmte Infektionskrankheiten, wie z.B. Meningitis aus.
Ein häufiger Faktor kann auch die Vererbung sein, wenn die Vorfahren auch schwerhörig waren.
Wenn ein vormals Hörender einen massiven Hörverlust erleidet, so dass dieser nichts oder kaum noch etwas hört, so spricht man von einer Ertaubung.


Hilfen bei Schwerhörigkeit:

Mit Hörhilfen wie Hörgeräten können manche, vor allem untergradig Schwerhörige, das volle Hörvermögen wieder erhalten. Andere wiederum können trotz Hilfen nicht mehr alles hören. Diese sind daher auf visuelle Informationen wie Gebärdensprache, Lippenlesen oder im TV auf Teletext-Untertitel angewiesen. Das Cochleaimplantat (kurz CI) ist eine Hörprothese für Gehörlose und Ertaubte, deren Innenohr nicht funktioniert wohl aber der Hörnerv.

Hörsturz

Zuviel um die Ohren

Jährlich verlieren in Deutschland über 15.000 Menschen plötzlich das Hörvermögen. Meistens ist der Hörverlust auf ein Ohr beschränkt. Diesen plötzlichen Hörverlust nennt man Hörsturz. Häufig ist der Hörsturz von Ohrgeräuschen (Tinnitus) begleitet. Seltener treten auch Schwindel und Druckgefühl im Ohr auf.


Ungeklärte Ursachen
Über die genauen Ursachen des Krankheitsbilds Hörsturz existiert noch Unklarheit. Man geht davon aus, dass die Blutversorgung im Innenohr gestört ist. Somit können die Hörzellen nicht mehr funktionieren. Seelische Ursachen und Stress in Beruf und Familie werden ebenso in Betracht gezogen. Vermutet wird auch die Auslösung durch bestimmte Viren, die Hör- und Gleichgewichtsnerven befallen.


Im Akutfall schnell reagieren!
Gehen Sie bei einer akuten Hörminderung als Eilfall zügig zu einem Hals-Nasen-Ohren-Arzt. Damit rechtzeitig die notwendige Behandlung eingeleitet wird.


Hörsturz-Behandlung
Die Therapie des Hörsturzes ähnelt der Therapie bei akuten Ohrgeräuschen. Nach einer Untersuchung des Ohrs erhalten Sie in der Regel blutverflüssigende Lösungen, aber auch Kortison als Infusionen. Dadurch soll das Innenohr besser versorgt werden. Die Behandlung auf Durchblutungsstörungen ist lediglich eine erste Verdachtsdiagnose. Deswegen müssen häufig weitere Diagnoseschritte erfolgen.

Wenn die Behandlung frühzeitig beginnt, kann in den meisten Fällen das Gehör wieder völlig hergestellt werden. In vielen Fällen behebt sich der Hörsturz auch von selbst. Es ist aber nie abzusehen, ob eine Spontanheilung einsetzt. Eine sofortige ärztliche Behandlung ist daher unbedingt anzuraten!

In manchen Fällen bleibt nach einem Hörsturz ein Hörverlust erhalten. Oft hilft dann das Tragen eines Hörgerätes und bei Ertaubungen ein Cochlea-Implant. Manchmal bleibt auch ein Tinnitus, selbst nachdem Ihr Hörvermögen wieder hergestellt ist. Hierfür gibt es viele Hilfen!


Tipps + Infos
Zur Behandlung werden Sie manchmal in ein Krankenhaus überwiesen. Sie gewinnen so Abstand von beruflichen oder familiären Belastungen

Ruhe und positive Gedanken fördern Ihren Selbstheilungsprozess.

Teilen Sie Ihrem Arzt mit, ob und welche Medikamente Sie regelmäßig einnehmen. Gewisse Präparate können sich nämlich schädigend auf Ihr Gehör auswirken. Setzen Sie aber nie ohne Rücksprache mit Ihrem Arzt Medikamente ab.

Schenken Sie Ihrem Wohlbefinden mehr Aufmerksamkeit. Besonders wenn Sie Ihren Hörsturz auf berufliche Überanstrengung und Stress zurückführen. Um zukünftig belastenden Situationen besser begegnen zu können, sollten Sie eine Entspannungsmethode erlernen.

Tinnitus

Geräusche rund um die Uhr

24-Stunden Lärm
Stellen Sie sich einmal vor, rund um die Uhr ein konstantes Sausen, Klingeln oder Pfeifen in Ihren Ohren zu hören. Diesen unangenehmen Zustand nennt man Tinnitus. Menschen mit Tinnitus haben nie Ruhe, die Geräusche im Ohr sind immer da. Niemand sonst kann das Pfeifen hören, da es nicht von einer äußeren Quelle kommt. Auch wenn man das Geräusch als Einziger wahrnimmt, ist es keinesfalls nur Einbildung. Eines steht fest: Tinnitus ist definitiv kein Produkt der Fantasie.

Fast jeder hat sicher schon einmal einen vorübergehenden Tinnitus erlebt. So zum Beispiel einige Stunden nach einem Konzert oder nachdem man zu laute Musik gehört hat. Ein Ohrengeräusch kann sogar nach intensivem Zuhören entstehen. Tinnitus wird zum Problem, wenn das Geräusch fortbesteht und/oder zunimmt. Normalerweise verschwindet das Klingen im Ohr wieder, aber es kann auch weiter bestehen. Die meisten Menschen, die an Tinnitus leiden, empfinden ihn als störend und unangenehm.

Ein individuelles Problem
Die Intensität und Form eines Tinnitus kann sehr unterschiedlich ausfallen. Manche Menschen beschreiben Tinnitus als ein Hochfrequenz-Pfeifen, andere erleben ihn als Sausen oder ein Geräusch, das an brutzelnde Butter erinnert.
Der größte Unterschied ist wohl der Intensitätsgrad, mit dem die Menschen ihren Tinnitus empfinden. Manche passen sich recht schnell an und hören lediglich ein leichtes Sausen im Hinterkopf. Für andere wiederum ist die Belästigung so unerträglich und störend, dass sie ihren Beruf aufgeben oder ihr Studium abbrechen müssen.

Nachts ist der Tinnitus meist deutlicher wahrnehmbar. Beim Ausklang täglicher Aktivitäten und der Einkehr von Ruhe macht sich das Problem stärker bemerkbar.


Häufige Problemerscheinungen:

- Schlafstörungen
- Trägheit
- Hörstörungen
- Verzweiflung, Frustration, Depression
- Gereiztheit, Irritiertheit


Leben mit Tinnitus
Es stimmt nicht, dass es keine Behandlungsmöglichkeiten für Tinnitus gibt. In einigen Fällen kann man Abhilfe schaffen. Ist die Ursache des Tinnitus z.B. eine Mittelohrentzündung, können Antibiotika helfen.


Bei permanentem Tinnitus gibt es einige simple, aber wirksame Tricks, wie Sie mit dem Dauergeräusch besser umgehen können:

- Lernen Sie, zu entspannen. Entspannungstechniken können dabei hilfreich sein.
- Versuchen Sie, sich gedanklich durch Arbeit oder Hobbies abzulenken.
- Vermeiden Sie es, ständig an Ihren Tinnitus zu denken.
- Reduzieren Sie Ihre Koffeineinnahme, indem Sie Kaffee, Tee oder Cola meiden.
- Gewöhnen Sie sich einen regelmäßigen Schlafrhythmus an.
- Tagsüber sollten Sie keine Nickerchen halten.
- Achten Sie darauf, dass Ihr tägliches Umfeld nicht zu laut ist.

Allergien

Wenn das Ohr rebelliert

Grundsätzliches
Allergien entstehen meist durch das Ohrpaßstück (Otoplastik). Ursachen hierfür können eine Materialunverträglichkeit oder zu geringe Luftzufuhr an die Haut sein.

Abhilfe
Bei einer Materialunverträglichkeit gibt es verschiedene Möglichkeiten Abhilfe zu schaffen. Zum einen kann auf die Otoplastik eine sog. Verglasung aufgetragen werden. Hierbei handelt es sich um eine Kunststoffschicht, auf die die Haut weniger Aggressiv reagiert. Zum anderen besteht die Möglichkeit darin, eine hautverträglichere Kunststoffart (Thermotec) zu verwenden. Die dritte, und aufwendigste Möglichkeit, ist die Vergoldung der Otoplastik. Hierbei wird auf das vorhandene Ohrstück eine sehr dünne Goldschicht aufgetragen.

Bei zu geringer Luftzufuhr kann durch eine größere Lüftungsbohrung Abhilfe geschaffen werden. Hierbei muss die Verstärkungsleistung des Hörgerätes berücksichtigt werden

Wichtig
Wie bei allen Allergien ist es wichtig, den HNO-Arzt aufzusuchen um die Ursachen der Allergie abzuklären.